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Der September steht weltweit im Zeichen der Suizidprävention – auch bekannt als „Yellow September“. Ziel der Bewegung ist es, das Bewusstsein für psychische Gesundheit zu stärken, Vorurteile abzubauen und Menschen zu ermutigen, offen über seelische Belastungen zu sprechen. Offen über psychische Krisen zu reden und auch direkt nach Suizidgedanken zu fragen ist dabei oft ein großes Tabu. Gerade das direkte und offene Ansprechen kann jedoch ein entscheidender Schritt sein, um Leben zu schützen.
Ein weitverbreiteter Mythos.
Psychische Erkrankungen können jeden Menschen treffen – unabhängig von Alter, Geschlecht, Beruf oder Lebenssituation. Dennoch fällt es vielen Betroffenen schwer, über ihre Sorgen, Ängste oder depressive Gedanken zu sprechen. Scham, Unsicherheit und die Angst vor Stigmatisierung führen oft dazu, dass Menschen still leiden.
Bereits das Nachfragen nach Belastungen erfordert oft Mut. Sich zusätzlich nach möglichen Suizidgedanken zu erkundigen, erscheint vielen noch herausfordernder. Dabei darf und soll genau das stattfinden. Offene und direkte Fragen können entlastend wirken und im Ernstfall Leben retten.
Darüber sprechen zu können, kann ein wichtiger Wendepunkt sein. Viele Betroffene erleben Erleichterung, wenn sie ihre Gedanken erstmals offen aussprechen dürfen und dabei auf Verständnis statt auf Verurteilung treffen. Suizidale Krisen entstehen zudem selten von heute auf morgen, sondern entwickeln sich oftmals über einen längeren Zeitraum. Umso wichtiger ist es, Warnsignale ernst zu nehmen und Betroffene nicht alleinzulassen. Auch wenn eine Krise ausweglos erscheint: Suizidgedanken sind meist Ausdruck einer vorübergehenden extremen Belastung. Mit Unterstützung und geeigneter Hilfe können Situationen verändert werden und neue Perspektiven entstehen.
Emotionale Warnsignale
Veränderungen im Verhalten
Mögliche Hinweise auf Abschiedsgedanken
Niemand muss solche alleine führen oder professionelle Hilfe ersetzen. Entscheidend ist jedoch, in Kontakt zu bleiben, zuzuhören und Betroffene dabei zu unterstützen, passende Hilfe in Anspruch zu nehmen – etwa über das Hilfsnetzwerk der Schule, psychosoziale Beratungsstellen oder andere professionelle Angebote.
Besteht akute Gefahr für Leib und Leben, müssen sofort Notruf, Rettung oder Krisenintervention eingeschaltet werden. Betroffene dürfen in dieser Situation nicht allein gelassen werden.
Grundsätzlich gilt in Gesprächen:
„Ich habe den Eindruck, dass es dir im Moment nicht gut geht. Möchtest du mir erzählen, was dich belastet?“
„Du wirkst in letzter Zeit sehr niedergeschlagen. Wie geht es dir?“
„Ich mache mir Sorgen um dich. Was beschäftigt dich gerade?“
Genau hier setzt der Aktionsmonat Yellow September an: Die Initiative erinnert uns daran, wie wichtig Aufmerksamkeit, Mitgefühl und Gespräche sind. Oft können bereits ein offenes Ohr, eine ehrliche Nachfrage oder die Ermutigung, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, einen entscheidenden Unterschied machen.
Wussten Sie, dass es in Österreich jährlich mehr Suizide als Verkehrstote gibt? Während im Straßenverkehr zahlreiche Präventionsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt wurden, zeigt sich auch im Bereich der psychischen Gesundheit, wie wichtig gezielte Prävention und frühzeitige Unterstützung sind.
Hinter jeder Statistik steht ein Mensch mit einer persönlichen Geschichte, Angehörigen, Freund*innen sowie Kolleg*innen. Jede*r von uns kann einen Beitrag leisten. Neben strukturellen Maßnahmen helfen auf individueller Ebene wertschätzende Gespräche, ehrliches Interesse und die Bereitschaft, zuzuhören. Sie vermitteln Betroffenen die wichtige Botschaft:
Du bist nicht allein.
Ebenso lassen sich auch in der Schule präventive Strategien umsetzen, die Kinder und Jugendliche für psychische Probleme wappnen. Unterstützend wirken Lebenskompetenzen, wie sie in unseren Präventionsprogrammen von der frühen Kindheit bis zur Pubertät angeboten werden:
Lebenskompetenzen Teil 1
Lebenskompetenzen Teil 2
Lebenskompetenzen Teil 3
Lebenskompetenzen Teil 4
#bittelebe 💛
Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK). (2022). Suizid und Suizidprävention in Österreich. Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
Sonneck, G., Kapusta, N., Tomandl, G. & Voracek, M. (2016). Krisenintervention und Suizidverhütung (3. Aufl.). UTB GmbH.
Lingg, A., Haller, R., & Bitriol-Dittrich, I. (2014). Vorarlberger Suizidbericht 2013. aks Gesundheit GmbH.
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