Suchtprävention​

Allgemeines

Suchtprävention betrifft uns alle –
im Alltag, in der Familie, im Kindergarten, in der Schule und im Beruf.

Als zentraler Bestandteil der psychischen und psychosozialen Gesundheitsförderung zielt sie nicht nur auf die Vermeidung von problematischem Konsum und Abhängigkeit ab, sondern stärken darüber hinaus gesundheitsförderliche Lebenskompetenzen und Ressourcen. Suchtprävention kann als langfristiger pädagogischer Prozess sowie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden.

Was kann Suchtprävention leisten?

Grundlagenwissen zur Entstehung von Sucht/Abhängigkeit

Die Entstehung einer Sucht- bzw. Abhängigkeitserkrankung ist ein vielschichtiger und dynamischer Vorgang. Sie wird von unterschiedlichen Einflussfaktoren geprägt und entwickelt sich nicht plötzlich durch einmaligen Konsum. Vielmehr erfolgt sie schrittweise über mehrere Entwicklungsphasen. In jeder Phase besteht das Risiko einer Verstärkung, aber auch die Chance, rechtzeitig gegenzulenken.

Zu den wesentlichen Einflussfaktoren zählen:

  • Individuelle Faktoren: lebensgeschichtliche Erfahrungen sowie biologische und genetische Voraussetzungen
  • Soziales Umfeld: Familie, Freund*innen, Wohn- und Bildungssituation
  • Gesellschaftliche Verhältnisse: Normen, Werte, Leistungsdruck
  • Substanz bzw. Verhalten: Verfügbarkeit, Wirkungsweise, Suchtpotenzial

Der Präventionsgedanke in der Gesundheitsförderung beruht wesentlich auf dem Modell der Risiko- und Schutzfaktoren. Diese sind bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt und beeinflussen das Verhalten im Umgang mit Substanzen und bestimmten Gewohnheiten.

  • Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für missbräuchlichen Konsum oder Abhängigkeit
  • Schutzfaktoren stärken Menschen und helfen uns gesund und verantwortungsvoll mit psychoaktiven Substanzen oder bestimmten Verhaltensweisen umzugehen.

Suchtprävention setzt genau hier an:
Sie unterstützt dabei, Risikofaktoren zu verringern und Schutzfaktoren gezielt zu fördern.

Dabei wird berücksichtigt, dass sich problematisches Verhalten sowohl auf den Konsum von Substanzen (z. B. Alkohol, Nikotin, Medikamente, Cannabis) als auch auf Verhaltensweisen (z. B. Mediennutzung, Glücksspiel, Essverhalten) beziehen kann.

Die Förderung spezifischer Lebenskompetenzen bilden sowohl ein zentrales Ziel als auch einen grundlegenden Ansatz der modernen universellen Suchtprävention.

Psychosoziale Fähigkeiten wie

  • Selbstwahrnehmung & Empathie
  • Kreatives & kritisches Denken
  • Entscheidungen treffen & Problemlösefähigkeiten
  • Effektive Kommunikationsfähigkeiten & interpersonale Beziehungsfähigkeiten
  • Gefühls- & Stressbewältigung

stellen wichtige gesellschaftliche und psychosoziale Schutzfaktoren dar, die der Ausbildung problematischen Konsums und Abhängigkeitserkrankungen entgegenwirken können.

Neben der personenbezogenen Förderung ist die Gestaltung einer gesundheitsförderlichen Lebenswelt ein zentraler struktureller Baustein der wirksamen Suchtprävention und der Vermeidung gesundheitsgefährdender Bewältigungsstrategien. Wichtige Ansatzpunkte dabei sind beispielsweise:

  • förderliche Lebens- und Arbeitsbedingungen
  • geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen
  • gesundheits- und sozialpolitische Maßnahmen

Eine hohe Wirksamkeit suchtpräventiver Maßnahmen zeigt sich insbesondere, wenn:

  • sie über einen längeren Zeitraum hinweg umgesetzt werden 
  • sie auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen 
  • sie verschiedene Ansätze, und Methoden kombinieren 
  • sie das soziale Umfeld (z.B. Eltern, Bezugspersonen, Fachkräfte, Kolleg*innen und Freund*innen) aktiv einbeziehen

Unsere Angebote richten sich an folgende Zielgruppen und unterstützen diese bei der Förderung von Lebenskompetenzen sowie im Umgang mit Risikofaktoren:

  • Kinder und Jugendliche
  • Eltern bzw. Bezugspersonen
  • Pädagog*innen und Fachkräfte
  • Multiplikator*innen
  • weitere Schlüsselpersonen
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