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Psychische Gesundheit ist eine wesentliche Grundlage für unser Wohlbefinden. Gerade für Kinder und Jugendliche ist eine frühzeitige Stärkung besonders wichtig, da sie den Grundstein für ihre weitere Entwicklung legt. Der Welttag der psychischen Gesundheit 2026 macht sichtbar, wo Fortschritte gelingen, wo Herausforderungen bestehen und warum es entscheidend ist, Prävention und Sensibilisierung dauerhaft zu verankern – weit über diesen einen Tag hinaus.
Die mental health days-Studie 2025 zeigt erste Hinweise darauf, dass die wachsende Aufmerksamkeit für psychische Gesundheit Früchte tragen könnte, und liefert aufschlussreiche Daten zu Kindern und Jugendlichen in Österreich (siehe Dienlin et al., 2026).
Erstmals seit 2023 zeichnet sich eine positive Entwicklung ab: Die Lebenszufriedenheit steigt, depressive Symptome gehen zurück und auch die tägliche Smartphone-Nutzung nimmt spürbar ab. 2025 nutzten Jugendliche ihr Smartphone im Schnitt rund 190 Minuten täglich (2024: 221 Minuten), dabei sank die „Aufenthaltszeit“ in sozialen Netzwerken von 96 auf 80 Minuten. Parallel dazu verringerte sich der Anteil Jugendlicher mit erhöhter depressiver Symptomatik von 15% auf 12%.
Diese Trends sind ermutigend und daraus lässt sich schließen, dass Prävention und Sensibilisierung einen wichtigen Beitrag leisten. Gleichzeitig bleibt psychisches Wohlbefinden stark von sozialen Faktoren abhängig: Mädchen, divers-identifizierende Jugendliche und junge Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Lebenslagen berichten weiterhin von höheren Belastungen. Zudem hängt intensive Social-Media-Nutzung nach wie vor mit geringerer Lebenszufriedenheit und mehr depressiven Symptomen zusammen.[1]
Die Entwicklung macht Hoffnung und stärkt die Zuversicht – zugleich ist sie kein Anlass zur Entwarnung, sondern ein klarer Auftrag, bestehende Maßnahmen weiter auszubauen.
Für Kinder und Jugendliche sind die wichtigsten Orte der Prävention ihr soziales Bezugssystem – insbesondere die Familie – sowie weitere Lebensbereiche, in denen sie aufwachsen, wie etwa die Schule.[2] Beide stellen zentrale Lebenswelten dar, in denen durch die Stärkung von Resilienz – also der psychischen Widerstandsfähigkeit – die psychische Gesundheit gefördert werden kann. Besonders die Schule bietet durch ihre universelle Ausrichtung die Möglichkeit, alle Kinder und Jugendlichen zu erreichen – unabhängig von ihren individuellen Lebensumständen und möglichen Belastungen. Darüber hinaus kann die Schule für viele Kinder und Jugendliche auch ein wichtiger Schutz- bzw. Wohlfühlort sein, insbesondere wenn andere Lebensbereiche belastet sind.
Im Mittelpunkt stehen dabei präventive Botschaften, die Lebenskompetenzen fördern und Kinder und Jugendliche darin unterstützen, achtsam mit sich selbst und anderen umzugehen. Sie werden dazu ermutigt, den eigenen Gefühlen zu vertrauen, Grenzen wahrzunehmen und zu setzen, Unterstützung zu suchen sowie respektvoll miteinander umzugehen.[3]
Pädagog*innen spielen dabei eine Schlüsselrolle: Durch ihre tägliche Begleitung können sie wichtige Schutzfaktoren – etwa ein positives Selbstwertgefühl – stärken und so ein psychisch gesundes Aufwachsen unterstützen.
Nach dem großen Erfolg rund um den Tag der psychischen Gesundheit zeigt sich deutlich, wie hoch der Bedarf an niederschwelligen Unterstützungsangeboten ist. Pädagog*innen hatten 2024 die Möglichkeit eine der streng limitierten Goodie-Boxen zu bestellen – doch bereits nach einem Tag war das Lager restlos geleert.
An diese hohe Nachfrage knüpft die Fachstelle für Prävention Niederösterreich heuer wieder an: Zum diesjährigen Tag der psychischen Gesundheit werden erneut 100 Booster-Pakete für den Einsatz mit Kindern und Jugendlichen ab 10 Jahren zusammengestellt. Dieses Jahr findet die Verteilung der Booster-Pakete jedoch über eine Verlosung statt. So haben alle niederösterreichische Schulen der Sekundarstufe I (Sonderschulen, Mittelschulen und AHS-Unterstufe) eine faire Chance eines zu bekommen. Mit den Impulsen aus unseren begleitenden Arbeitsmaterialien gelingt die Umsetzung im Unterricht einfach und schnell.
Das Formular der Verlosung ist bis 20.9.2026 geöffnet. Pro Schule kann 1 (ein) Booster-Paket versandt werden.
Die Pakete erreichen die ausgelosten Schulen Anfang Oktobers 2026.
Im Booster-Paket enthalten sind auch die genannten Arbeitsmaterialien in Form der Broschüre „Resilienz fördern – psychische Gesundheit als gemeinsames Ziel“. Sie bietet Pädagog*innen zahlreiche praxisnahe Anregungen zur Förderung des psychosozialen Wohlbefindens, zur einfachen Umsetzung im Unterricht sowie zur Gestaltung von Unterrichtseinheiten.
Anlässlich des Tags der psychischen Gesundheit 2026 lädt die Fachstelle für Prävention NÖ zu einer spannenden Online-Veranstaltung ein:
Im Vortrag werfen wir einen Blick auf den Social-Media-Alltag junger Menschen. Dabei beschäftigen wir uns mit dem Einfluss, den soziale Medien auf die psychische Gesundheit und damit auch auf das Selbstbild, die Identität, die Körper- und Selbstwahrnehmung sowie das Ernährungsverhalten haben. Wir gehen der Frage nach, wie junge Menschen begleitet werden können, um (wieder) einen gesunden Bezug zu ihrem Körper und dadurch zu ihren Emotionen und Grenzen zu erhalten.
Das Angebot richtet sich an Eltern und Erziehungsberechtigte von Jugendlichen, an Pädagog*innen und weitere Interessierte.
Hier finden Sie weitere Informationen und können sich direkt anmelden.
Die vielfältigen Anforderungen des pädagogischen Alltags stellen Pädagog*innen täglich vor große Herausforderungen. Um diesen langfristig begegnen zu können, braucht es passende Rahmenbedingungen sowie gezielte Unterstützung. Denn die psychische Gesundheit von Pädagog*innen ist eine zentrale Voraussetzung, um Kinder und Jugendliche nachhaltig in ihrer Entwicklung zu begleiten.
Resilienzfördernde Angebote helfen, Belastungen besser zu bewältigen, die eigene Widerstandskraft zu stärken und das berufliche Wohlbefinden langfristig zu sichern. Besonders praxisnah: Viele Methoden aus der Arbeitsmaterialien-Broschüre „Resilienz fördern“ lassen sich von Pädagog*innen auch für sich selbst nutzen – etwa die „Atem- und Spürübung“, die „Genussübung – alle fünf Sinne“ oder der „Seelentank“. Sie unterstützen dabei, Stress abzubauen und eigene Ressourcen zu aktivieren.
Darüber hinaus können unsere Lebenskompetenzprogramme dazu beitragen, das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen sowie das Gruppenklima positiv zu beeinflussen. Gleichzeitig können die Programme Pädagog*innen im Alltag unterstützen, indem sie praxisnahe Impulse und strukturierende Ansätze bieten – und so auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Gesundheit und dem beruflichen Wohlbefinden fördern.
Der Welttag der psychischen Gesundheit ist weit mehr als ein symbolischer Aktionstag: Er macht deutlich, dass psychische Gesundheit ein gemeinsames Ziel ist. Gerade bei Kindern und Jugendlichen zeigt sich, wie wirksam Prävention und Unterstützung sein können – und wie wichtig es ist, früh und gemeinsam anzusetzen. Denn psychische Gesundheit geht uns alle an – jeden Tag.
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