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In enger Abstimmung der Bildungsdirektion NÖ, der Schulpsychologie NÖ und der Fachstelle für Prävention NÖ möchten wir hier Empfehlungen geben, wie Filme über Drogenkarrieren oder Vorträge ehemaliger Abhängigkeitserkrankter eingeordnet werden können. Wirksame Suchtprävention setzt auf evidenzbasierte Ansätze, die Lebenskompetenzen stärken, kritisches Denken fördern und nachhaltige Schutzfaktoren aufbauen – nicht auf abschreckende Darstellungen oder biografische Schilderungen.
Nachfolgend finden Sie praxisorientierte Empfehlungen für Pädagog*innen zur Thematisierung in der Klasse.
Immer wieder werden Vorträge, Workshops oder Führungen von ehemaligen Abhängigkeitserkrankten als vermeintlich erfolgreiche Maßnahme in der Suchtprävention angeboten. Aus suchtpräventiver Sicht sind solche Erfahrungsberichte für Jugendliche jedoch nicht empfehlenswert.
(z. B. das Europäisches Präventionscurriculum. Edition: psychoaktive Substanzen– EUPC) umfassen folgende Kernprinzipien:
Näheres können Sie auch unter Wissenschaftliche Grundlagen der Suchtprävention nachlesen.
Im Hinblick auf die aktuell breit wahrgenommene Netflix-Dokumentation Babo über den Rapper Haftbefehl – und grundsätzlich für alle Filme oder Vorträge, die durch die Darstellung einer Drogenkarriere sowie des Ausstiegs Jugendliche sensibilisieren oder abschrecken sollen, – können die folgenden Hinweise zur pädagogischen Aufarbeitung genutzt werden.
Ziel: Das Thema so zu gestalten, dass es die Lebenswelt der Jugendlichen erreicht und eine reflektierte Auseinandersetzung ermöglicht.
Die Doku zeigt Haftbefehls Lebensweg, geprägt von schwierigen sozialen Bedingungen, Gewalt, Kriminalität und Drogenbezug. Das kann für Jugendliche faszinierend, aber es kann auch riskant sein, wenn die Doku unreflektiert konsumiert wird.
Ziel: Jugendliche sollen verstehen, dass Medieninhalte nicht 1:1 die Realität widerspiegeln, sondern inszeniert sind, und lernen, diese kritisch einzuordnen.
Leitfragen:
Ziel: Förderung von Medienkompetenz und kritischem Denken, um zwischen Faszination und Realität unterscheiden zu können
Ziel: Jugendliche befähigen, eigene Entscheidungen reflektiert zu treffen und Strategien zur Bewältigung von Drucksituationen zu entwickeln.
Ziel: Verständnis für die komplexen Ursachen von Sucht und für die Bedeutung von Schutzfaktoren fördern.
Ziel: Differenzierte Auseinandersetzung mit kulturellen Ausdrucksformen ermöglichen, ohne pauschale Verurteilung
Ziel: Aktive Beteiligung und Selbstwirksamkeit fördern, um Prävention nicht als Belehrung, sondern als gemeinsames Gestalten zu erleben
Quellen:
BMBWF. (2018). Grundsätze schulischer Suchtprävention. Grundsätze schulischer Suchtprävention. http://www.schulpsychologie.at/fileadmin/upload/psychologische_gesundheitsfoerderung/Suchtpraevention/grundsaetze_schulischer_suchtpraev.pdf
FINDER Akademie. (2021). Europäisches Präventionscurriculum. Handbuch zur wissenschaftsbasierten Prävention für Entscheidungsträger, Meinungsbildner und Politiker. Edition: Psychoaktive Substanzen. https://finder-akademie.de/wp-content/uploads/EUPC-Manual-Psychoaktive-Substanzen.pdf
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