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Helfen statt Strafen

Suchtprävention

Unterstützung im Umgang mit Drogen-Anlassfällen nach §13 SMG

Im Jugendalter werden gerne Grenzen und Regeln getestet, Risiken bewusst oder auch unbewusst eingegangen. Dies kann auch den Konsum von illegalen Substanzen betreffen. Das von der Norm abweichende Verhalten sollte aber nicht das ganze zukünftige Leben belasten. Daher gilt der Grundsatz “Helfen statt Strafen”.

Auch im Schulalltag können Pädagog*innen mit einer Situation konfrontiert sein, in der illegale Substanzen involviert sind. Dies kann sich für Pädagog*innen durchaus überfordernd anfühlen.

Die Schule ist verpflichtet auf Grund von §13 Suchtmittelgesetz (SMG), den betroffenen Schüler*innen gezielte Hilfe anbieten. Die Schulleitung hat dabei die Aufgabe das Verfahren einzuleiten und das schulinterne Krisenmanagement zu führen. Wir unterstützen und coachen Sie währenddessen.

Zielsetzung

Die Schulleitung reagiert auf Anlassfällen zu illegalem Suchtmittelmissbrauch korrekt und kompetent und leitet die richtigen Schritte ein. Hier gilt der Grundsatz: So schnell wie möglich, aber so langsam wie notwendig reagieren. 

Neben dem schulischen Krisenmanagement geht es bei unserem Angebot „Helfen statt Strafen“ auch um die Vermittlung einer lösungsorientierten Haltung, die zum Ziel hat, betroffene Schüler*innen zu helfen, einen Schulabschluss zu erreichen und weitere eventuell problematische Konsumentwicklungen zu verhindern.

Zielgruppe

„Helfen statt Strafen“ richtet sich vorrangig an die*den Schulleiter*in und die pädagogischen Fachkräfte an der jeweiligen Schule.

Da Prävention nur gelingen kann, wenn auch erwachsene Bezugspersonen aktiv eingebunden werden, ist es im Sinne der Nachhaltigkeit und Qualitätssicherung möglich, neben einer Fortbildung für Fachkräfte der jeweiligen Einrichtung, auch ein Infoabend für Eltern und Erziehende kostenlos zu buchen. Ziel ist es, zu sensibilisieren, zu stärken und um in schwierigen Situationen weiter handlungsfähig zu bleiben.

Workshops für Jugendliche können für die betroffenen Klassen und die Parallelklassen ebenso angeboten werden.

Inhalte

Info für Fachkräfte

Es kann auch vorkommen, dass Sie von Mitschüler*innen darüber informiert werden, dass jemand in der Klasse etwas Illegales konsumiert. Fachkräfte sind meistens die ersten Personen, denen Veränderungen im Wesen von Jugendlichen auffallen. Suchtmittelkonsum kann hier eine Ursache dieser Verhaltensänderung sein, muss es jedoch nicht. Es ist daher wichtig, betroffene Jugendliche über einen Zeitraum gut zu beobachten. Deuten viele Indizien auf einen Drogenkonsum hin, ist die Schule verpflichtet, §13 nach dem SMG einzuleiten. Dies kann viele Unsicherheiten in der Vorgehensweise bergen.

Die Polizei ist hier zu keinem Zeitpunkt zu informieren.

Bei einem ersten telefonischen Kontakt geben wir von der Fachstelle für Prävention NÖ erste Informationen zum Umgang mit betroffenen Schüler*innen und zur Umsetzung des §13. Das Coaching soll die Schulleitung im Sinne des Krisenmanagements befähigen, weiterhin handlungsfähig zu bleiben.

Dies kann anonym geschehen und ist nicht an eine Projektbuchung gebunden.

Im Zuge des Coachings wird entschieden, ob weitere Module (Fachkräfte-Fortbildung, Infoabend, Workshops) an Ihrer Schule durchgeführt werden sollen.

Bei der Fachkräfte-Fortbildung erörtern wir neben den Grundlagen der Entstehung einer Abhängigkeitserkrankung und den Schutz- und Risikofaktoren, vorwiegend das Prinzip „Helfen statt Strafen“, die korrekte Vorgehensweise bei Anlassfällen nach §13, was ein begründeter Verdacht ist, wie Verdachtsmomente dokumentiert werden und ab wann die Schulleitung die Umsetzung übernimmt. Die Fachkräfte-Fortbildung dauert vier Einheiten á 50 Minuten und findet zeitlich VOR der Durchführung der Workshops mit den Jugendlichen statt. Benötigt wird hierfür jeweils ein Raum mit Beamer und PC.

Wenn Sie einen Infoabend für Eltern und Erziehende buchen, stellen wir Ihnen gerne eine offizielle Einladung der Fachstelle NÖ mit Angabe von Inhalten und der Möglichkeit zur Anmeldung zur Verfügung. Sollten Sie keinen Infoabend für Erziehende planen, können Sie diese mit unserem vorgefertigten Informationsbrief zu Workshop-Inhalten in Kenntnis setzen. Beide Dokumente können direkt auf dieser Seite heruntergeladen werden. Der Infoabend für Eltern und Erziehende dauert zwei Einheiten á 50 Minuten und findet zeitlich VOR der Durchführung der Workshops mit den Jugendlichen statt. Benötigt wird hierfür jeweils ein Raum mit Beamer und PC.

Workshops für Jugendliche werden für jeweils eine Schulklasse bzw. einen gesamten Jahrgang angeboten. Der betroffenen Klasse wird ein Workshop zu 4 EH (á 50 min.) angeboten, die Parallel-Klassen erhalten einen regulären Basics-Workshop zu 3 EH (á 50 min.). Alle Workshops werden von zwei Referent*innen der Suchtprävention der Fachstelle NÖ geleitet. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Gruppe aufzuteilen. In diesem Fall wird ein zusätzlicher Gruppenraum benötigt. Ob eine Trennung der Gruppe erfolgt, entscheiden die Referent*innen situativ im Verlauf des Workshops. Die Qualitätskriterien der Fachstelle NÖ sehen vor, dass Workshops für Schüler*innen nur in Verbindung mit einem Infoabend für Eltern und Erziehende und einer Fortbildung für Fachkräfte gebucht werden können.

Gerne stellen wir folgende Materialien zur Verfügung, die Sie bei der Vorbereitung und Abwicklung des Projektes unterstützen:

Förderung und Kosten

Schulen

Für Schulen werden die Gesamtkosten über Förderungen durch das Land NÖ und aus Mitteln des Landesgesundheitsförderungsfonds finanziert. Es entstehen keine Kosten für die buchende Schule.

Hier finden Sie alle Schritte des Projekts – von der Buchung bis zum Feedback:

  1. Sie senden uns über einen Klick auf “Jetzt buchen eine Anfrage oder rufen uns direkt an, wenn Sie Fragen haben oder Unterstützung bei einem aktuellen Vorfall an Ihrer Schule haben.
  2. Wir klären mit Ihnen, welche erste Schritte im Sinne des Krisenmanagements umzusetzen sind, um weiterhin handlungsfähig zu bleiben.
  3. Weiters wird mit Ihnen gemeinsam festgelegt, ob ein Coaching ausreichend ist oder Module (Fachkräfte-Schulung, Infoabend, Workshops) an Ihrer Schule durchgeführt werden sollen.
  4. Sie bekommen von uns per Email die Auftragsbestätigung, den Infobrief für Eltern und Erziehende, Kontaktdaten der Referent*innen etc.
  5. Sie retournieren die von der Schul-/Einrichtungsleitung unterzeichnete Auftragsbestätigung an uns.
  6. Ein*e Referent*in aus unserem Team meldet sich telefonisch bei Ihnen, um den genauen Projektablauf zu besprechen.
  7. Wird ein Infoabend für Eltern und Erziehende gebucht:
    • Bitte informieren Sie die Eltern und Erziehenden, deren Kinder einen Workshop besuchen, über das Angebot und den Infoabend. Nutzen Sie dafür unsere Einladung zum Infoabend. Teilen Sie uns bitte bis spätestens 2 Wochen vor dem Infoabend mit, wie viele Teilnehmer*innen zu erwarten sind.
    • Der Infoabend für Eltern und Erziehende findet zeitlich vor den Workshops statt, er wird von einer*m Referent*in durchgeführt und dauert zwei Einheiten (à 50 Minuten).
  8. Wird eine Fachkräfte-Fortbildung gebucht:
    • Informieren Sie bitte auch Ihre Kolleg*innen über die Fachkräfte-Fortbildung. Auch für die Fortbildung bitten wir Sie, uns bis spätestens 2 Wochen vor dem Termin mitzuteilen, wie viele Teilnehmer*innen zu erwarten sind.
    • Die Fachkräfte-Fortbildung wird in der Regel durch 1 Referent*in durchgeführt und dauert 2 Einheiten (à 50 Minuten). Sie findet vor dem Workshop statt.
  9. Werden Workshops gebucht:
    Pro Schulklasse findet ein Workshop Der betroffenen Klasse wird ein Workshop zu 4 EH (á 50 min.) angeboten. Die Parallel-Klassen erhalten einen regulären Basics-Workshop zu 3 EH (á 50 min.). Bitte achten Sie darauf, dass im Falle einer Trennung der Klasse (diese Entscheidung kann aus unterschiedlichsten Gründen durch die Referent*innen vor Ort getroffen werden) einen Zweitraum benötigt wird.
  10. Nach Projektabschluss bekommen Sie per Mail einen Link zu unserem online Feedback-Fragebogen. Bitte füllen Sie ihn aus – Ihr Feedback ist wichtig für unsere Arbeit!
Linzer Straße 17/1

A-3100 St. Pölten

+43/2742/31 440

office@fachstelle.at